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19.06.2016

Aachener Student*Innen zu Besuch im Kiez

in Schöneberg Nord


Am 13.06. besuchten uns 2 Professor*innen und 16 Studierende der Sozialen Arbeit aus Aachen. Wir trafen uns im P12 und starteten von dort einen Kiezrundgang mit so vielen Begegnungen, wie mensch so kaum hätte planen können.
Es fing damit an, dass wir im P12 auf Kolleg*innen von „CheckUp“ (ein Beratungsangebot für junge Menschen) stießen, welche eigentlich gerade gehen wollten und die bereit waren etwas länger zu bleiben und ihre Arbeit im Allgemeinen und speziell im P12 vorzustellen. Für die Studierenden der erste Kooperationspartner von vielen die wir bei dieser Runde noch treffen sollten. Das QM-Büro befindet sich nur wenige Meter vom P12 entfernt. Hier hatten wir das Glück, obwohl es schon nach 17°° Uhr war, auf Remzi Uyguner vom Vorortbüro zu treffen, den nächsten Partner, der ebenfalls bereit war uns seine Zeit zu schenken und die Studierenden über die Aufgaben des QM zu informieren.
Zwar waren wir nun etwas in Eile, wir wurden im Nachbarschaftstreff Steinmetzstraße erwartet, trotzdem wollten wir noch kurz an der Kiezstube der Gewobag vorbeischauen. Hier haben bspw. die Outreach Kolleg*innen der „Mobile Sozialarbeit mit Kindern“ und die der „Mobile Jugendarbeit“ Sprechzeiten für Jugendliche und Anwohner*innen. Auch weitere Akteure im Kiez nutzen diesen Raum. Hier trafen wir auf Moussa Issa, einen Mann, der im Mieterbeirat der Gewobag sitzt - welcher ebenfalls in diesen Räumen Beratungen anbietet – und der immer dort anzutreffen ist, wo „Arbeit nicht bezahlt wird“, wie er es vor den Studierenden selbst ausdrückte. Im Juni erhielt er die Verdienstmedaille des Bezirks für 10 Jahre Ehrenamtlicher Arbeit. Als wir ihn trafen erteilte er gerade jungen Syrern Deutschunterricht. Auch er erzählte engagiert von seiner Arbeit im Kiez.
Kurz vor ihrem Feierabend trafen wir dann Lisa Gilmozzi vorm Nachbarschaftstreff Steinmetzstraße. Wir baten sie ebenfalls die Gäste über ihre Arbeit zu informieren und auch sie war bereit hierfür etwas länger zu bleiben.
Passend zur Vorstellung dieses Partners trafen wir auf dem Spielplatz in der Alvenslebenstraße – am sich dort befindenden Bauwagen der „Mobile Sozialarbeit mit Kindern“ – Nurten, eine Mutter welche im Projekt „Bildungsbotschafter“ des Nachbarschaftstreff Steinmetzstraße mitarbeitet. Auch sie war bereit ihr Projekt und ihre Tätigkeit in diesem, den Studierenden zu beschreiben.
Schöneberg bietet überhaupt viel neuere und ältere Geschichte: Auf unserem Weg kommen wir an einem Bunker vorbei, über den das Pallaseum gebaut ist. Hier stand auch der Sportpalast, in dem Goebbels 1943 seine berühmte Rede mit dem Satz: „Wollt ihr den totalen Krieg“ hielt. Nur wenige hundert Meter entfernt befindet sich der ehemalige Volksgerichtshof, überall findet man „Stolpersteine“. In der Potsdamer Straße ist noch ein ehemaliges besetztes Haus zu bewundern, mit dem Drugstore ein autonomes Jugendzentrum und in der Steinmetzstraße ein Schild welches auf eine bis 1978 existente Molkerei und den dazugehörigen Kuhstall hinweist. Einschusslöcher in den tragenden Säulen der Hochbahn. Im Bülowbogen erschoss der spätere Minister für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik Erich Mielke im August 1931 zusammen mit einem Mittäter 2 Polizisten, und, und, und.
Nach drei Stunden Rundgang, Erklärungen und Geschichten waren die Studierenden „satt, müde und zufrieden“.


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